Erster Arbeitstag, erster großer Auftritt – Mucho rapido!

Montag, 11.06.2018

Der Flieger geht langsam tiefer und durch die bodennahe Wolkendecke sehe ich grüne Wiesen und dass es regnet. Es bestätigt sich die Beschreibung des Reiseführers, den ich gelesen hatte oder um ehrlich zu sein habe ich in Vorbereitung nur den Wikipedia Artikel überflogen. Galicien ähnelt klimatisch eher Irland als dem restlichen Spanien. Das merke ich auch als ich nachts im Schlafsack meiner ersten Nacht fast erfriere(!), nachdem ich von Hicham und Irena am Flughafen in Santiago de Compostela abgeholt wurde. Wir haben schnell frisches Eis zum kühlen meiner Medizin geholt und sie haben mir neue Unterkunft gezeigt. Meine gemütlich neue Bleibe in Xinzo de Limia.

Dienstag, 12.06.2018
Der erste Arbeitstag ist gleich am Dienstag. Dort werde ich die erste Woche herumgeführt und begleite als Beobachter alle Aktivitäten und Programmpunkte. Ich werde die nächsten neun Monate in einem Zentrum für ländlicher Entwicklung arbeiten. Das heißt es gibt ein Altersheim bzw. für Personen mit Einschränkungen und eine Art Bauernhof. Es gibt einen Esel, Schafe und viele Kleintiere. So gliedert sich die Einrichtung in drei Gebäude dem Alberque (Bauernhof mit Freizeitangeboten), dem Centro (Zentrum für Senioren und Behinderte) und einem Gemeindebackhaus indem Brot gebacken wird. Auf den ersten Blick sieht es hier dem verschlafenen Dörfchen Lodoselo so aus als wäre die Zeit stehen geblieben. Also wenn alle ihr Telefon wegpacken. Aber das rustikale, archaische gehört auch mit zur Erlebnis der Besucher dazu. Ich stelle mich bei allen Mitarbeitern und Bewohnern vor und alle sind sehr nett und zuvorkommend. Soweit ich das an Mimik und Gestik, nicht an dem Worten, erkennen kann.

Galicien ist, wie soll ich sagen, eine sehr ländliche und sprachlich sparsame Gegend. Hier wird auf dem Land Galego gesprochen, grob gesagt eine Mischung aus Portugiesisch und Spanisch. Die gute Hälfte kann Spanisch mindestens verstehen, meist auch sprechen. Es gilt das Prinzip je jünger desto mehr Spanisch und auch Englisch ist vorhanden. Wieviel jeder kann oder will, kann man für den einzelnen schwer beurteilen. Zumindest kann ich es noch nicht und bin bis jetzt mit Händen, Füßen, Deutsch, Englisch, Spanisch und Google Übersetzer gut hingekommen. Mein Ziel ist es allerdings das den spanischen Anteil zu erhöhen. Dazu bekomme ich jetzt ab der ersten Woche auch Schule. Am Ende meines ersten Arbeitstag war auch noch die Zeitung da und die wollten wie ich wissen, was wir hier machen. So habe ich mich am Mittwoch auf das Foto der Regionalzeitung „La Region“ gemacht.

Die Überschrift heißt soviel wie: “ Lachen ist eine universelle Sprache“ und im Text sage ich eigentlich nur, dass ich Betriebswirtschaft studiert habe und jetzt hier in Xinzo wohne und die Sprache lernen möchte.

Mittwoch, 13.06.2018
Erster Schultag. Abendschule in Xinzo bringt mir die Grundlagen des Spanischen bei. Me gusta!

Donnerstag, 14.06.2018
Ich übernehme meine erste Gruppe beim Kinderprogramm. Alle  betreuen Stationen mit verschiedenen Aktivitäten für die Kindergartenkinder. Meine recht einfache Aufgabe, den meine Gruppe wird nochmal geteilt, ist, dass ich auf 5 Ninos beim Tortuga ziehen aufpassen soll. Aber anstatt auf der Stelle zu stehen und die Schildkröte am Faden aufzurollen, rennen alle wild durcheinander. Leider kannte ich die spanischen Worte für: „Stop“, „aufrollen“ und  „im Innenhof rechts“ noch nicht. Denn als ich einem Kind den Ort für die Toilette beschreiben wollte, habe ich sie ihm statt dessen gleich gezeigt. Platsch!  Gerade als ich wieder zurück um die Ecke kam, sah ich wie ein Mädchen, dass ihre Schildkröte ihrem natürlichem Lebensraum zuführen wollte, dabei in unsere Schafstränke fiel. Sie tropfte abwärts der Hüfte und fing an mit weinen und alle rannten durcheinander mit ihren Schildkröten an der Leine. Es scheint mit einem mal als würde, alles in einem großen Chaos versinken. Ich will lachen und weinen zugleich. 

Freitag, 15.06.2018
Mein erstes Aufeinandertreffen mit der Chefin der Einrichtung auf einem Kinderfest. Auch Sie ist, wie oben schon beschrieben, sind alle sehr nett und umsorgend. Es gibt viele Aktivitäten und Programmpunkte. Highlight des Tages wird aber eine spontane Schafsgeburt. Abends treffe ich in dem Café in dem ich das Spiel Spanien gegen Portugal schaue auf den Besitzer, der Deutscher ist. Wir wechseln ein paar Worte und in Zukunft werde ich wohl öfter bei ihm sein. Haha 😀

Freue mich auf nächste Woche, da wird es ein Vorbereitungstreffen der Frewilligendienstler in Spanien in Toledo geben. Auch dort werde ich hoffentlich wie hier die spanische Sprache schnell lernen können. Mucho rapido! Danach geht es weiter mit der Einbindung in den Arbeitsalltag und natürlich mit den Medienauftritten: das Fernsehen hat sich angekündigt.

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