ONE Youth Summit 2017 in Brüssel

Jetzt kann es endlich losgehen. An einem Dienstag Morgen, dem 17.10.2017, macht sich vom Hotel Bloom eine riesige Meute von über 200 Jugendbotschaftern aus 10 Ländern auf. Sie sind in Brüssel auf dem Weg zum Europaparlament. Es sind über hundert Treffen mit Politikern dutzender Länder und Fraktionen angesetzt. Vor dem Parlament machen wir noch ein Foto. Schließlich wollen wir auf unsere Forderung Aufmerksam machen: Extreme Armut weltweit effektiv zu bekämpfen. Auf dem hiesigen Schilderwall ist „Poverty is Sexist“ zu lesen. Mit der etwas provokanten Aussage, dass Armut ist sexistisch ist, wollen wir auf die 130 Millionen Frauen und Mädchen in Subsahara Afrika aufmerksam machen, die keinen ausreichenden Zugang zu Bildung haben. Wir wollen daher verhindern das weitere Mittel der Entwicklungsgelder nicht gekürzt werden. Dazu ist es notwendig, dass die Europa-Abgeordneten dem Umverteilungsvorschlag für das „Heading 4“ der europäischen Kommission nicht zustimmen. Dieser vierte Ausgabepunkt heißt „Global Europe“ und ist mit 6% der gesamteuropäischen Ausgaben beziffert. Wir wollen die Politiker treffen und sie von einer starken Entwicklungszusammenarbeit überzeugen. Europa ist zwar schon der stärkste Geber bei Fördergeldern, aber das ist klasse und soll auch so bleiben um langfristig eine gerechte Zukunft in einer globalisierten Welt zu gestalten. Damit senden wir ein starkes Signal.
Schon im Vorfeld dieses Jahres gab es ähnliche Aktionen. Über das gesamte Bundesgebiet sind Botschafter für die Lobby- und Kampagnenorganisation im Einsatz. Jährlich kann man sich als einer von 60 Ehrenamtlichen ONE – Jugendbotschaftern bewerben. Abgekürzt sind das dann die JuBos und die haben dieses Jahr mit ONE schon Peter Altmaier, Bono von U2 und Carolin Kebekus getroffen.
Auch wenn im Moment durch Asylkriese, Brexit und Terrorismus das Thema europäische, humanitäre Hilfe etwas ins Hintertreffen gerückt haben, sollten die Errungenschaften der letzten Jahre nicht aufs Spiel gesetzt werden. 2015 ist der Anteil von Menschen betroffen von extremer Armut erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen. Langfristig ist ein Ende von extremer Armut bis 2030 möglich. Ein kleiner Schritt in diese Richtung wäre eine Aufrechterhaltung der EU Entwicklungsgelder. Bevor die die EU – Abgeordneten dazu von uns überredet werden sollten, haben wir drei Tage zuvor einen riesigen Input bekommen. Gründungsmitglied Jamie Drummond, CEO Gayle Smith und aus ONE Champions aus Nigeria haben uns ihre Geschichten mit auf den Weg gegeben. Wir haben Samstag, Sonntag und Montag Briefings bekommen zu unseren Zielen und wie die Institutionen funktionieren die wir besuchen. Richtige Lobbyarbeit also (Ich bin ein House of Cards Fan). Die Zeit mir etwas Brüssel anzuschauen, die hab ich mir einfach genommen. Es ist eine sehr schöne Stadt und macht ihrem Namen „Herzen Europas“ alle Ehre. Auf der Straße wird Französisch, Englisch, Flämisch und Deutsch gesprochen und auch so merkt man den Zusammenfluss mehreren Kulturen. Man merkt dass viele Politiker, Diplomaten, Lobbyisten und Touristen in der europäischen Hauptstadt sind. Doch viel Zeit bleibt nicht, denn die drei Tag sind schnell um. Am Dienstag, dem letzten Tag ist es soweit, dass wir unsere erworbenen Erfahrungen anwenden müssen. Der Tag an dem wir ins Parlament gehen, ist kein zufälliger Tag, es ist der 17. Oktober und Tag „Zur Bekämpfung der weltweiten Armut“. Noch im Morgengrauen sind wir alle gespannt als unsere Busse vorm dem großen Parlamentsgebäude halten. Als wir dann aber in Kleingruppen unsere ersten Politikertreffen hatten, löst sich die Spannung in Freude auf. Ich habe einen Workshop gehabt und mit Dietmar Köster und Tiemo Wölken über das Thema Entwicklungszusammenarbeit gesprochen. Es waren zwei gute Gespräche den es scheint wir konnten beide mit unserer Forderungen erreichen. Nachmittags tauschen wir Jugendbotschafter uns über unsere gemachten Erfahrungen, Treffen und Handynummer (es war ja der letzte Tag) aus und sind gespannt auf die Abstimmung. Hoffen wir das Beste!

 

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